Seminarkalender

Vergaberecht und VOB/A

Vergaberecht 2020 nach VgV und VOB/A – Richtige Strategien bei Vergabeverfahren von Architekten- und Ingenieurleistungen sowie komplexen Bauleistungen

Termin: 02.03.2021 / 09:00 - 16:30 Uhr in München/Ismaning Hotel am Schlosspark

Preis: EUR 478,00 zzgl. MwSt. inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen und alkoholfreien Getränken

Thema des Seminars

Die Anforderungen an die rechtskonforme Durchführung von Vergabeverfahren, insbesondere bei der Vergabe von Planungsleistungen, sind erheblich gestiegen. Die Rechtsprechung der letzten 18 Monate hat zu einer erheblichen Verschärfung geführt. Bei geförderten Bauvorhaben können Verstöße gegen das Vergaberecht sogar zu Rückforderungen von Fördermitteln führen.

Der Referentenentwurf zur Änderung des Gesetzes zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen und Änderungen vergaberechtlicher Bestimmungen ARchLG) birgt weitere Neuerungen im Umgang mit der Vergabe von Planungsleistungen, die beachtet werden müssen. Nach Bekanntwerden wird die neue HOAI /2021 gegenüber der HOAI 2013 weitere Grundleistungen enthalten, die bei Vergabeverfahren oder Beratungsleistungen zu berücksichtigen sind.

Der öffentliche Auftraggeber wird vorhersehbar weiterhin die HOAI anwenden. Ohne die Geltung von verbindlichen Mindestsätzen müssen Auftraggeber noch mehr als früher darauf achten, dass sie den Bietern eine genaue Leistungsbeschreibung mit kalkulierbaren Leistungspositionen stellen. Hierzu ist besonderes Knowhow gefordert, da die Regelungen der HOAI kein verbindliches Preisrecht mehr enthalten. Die Beurteilung der Vergleichbarkeit bei den erforderlichen Planungsleistungen, die Gegenstand des Vergabeverfahrens werden sollen, muss bei Festlegung des Leistungsspektrums im Vorfeld genau bedacht werden.

Einhergehend mit dem Referentenentwurf zum ArchLG und zur HOAI wurde auch beschlossen, dass vereinfachte und beschleunigte Verfahren bei äußerst dringlichen Vergaben zulässig sind. Hier soll zügig die Ausnahme zur Regel gemacht werden.

Im Juli 2018 hat der Freistaat Bayern Regelungen erlassen, wie freiberufliche Leistungen im Unterschwellenbereich zu vergeben sind. Diese Regelungen wurden im Juli 2020 nochmals überarbeitet und geben nun klar vor, wann Planungsleistungen im vereinfachten und wann im Regelverfahren vergeben werden müssen.

Seit Oktober 2018 besteht die Pflicht, sämtliche europaweite Vergaben elektronisch durchzuführen. Inzwischen müssen auch Planungswettbewerbe über eine E-Vergabe-Plattform durchgeführt werden.

Im November 2018 hat der Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DAV) wesentliche Änderungen in der VOB/A 2019 beschlossen, damit erfolgt eine Annäherung an die Vorschriften der VgV.

Ihr Nutzen:

Im Workshop erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen Vorschriften zum Vergaberecht, d. h. VgV, VOB/A 2019 sowie die Anforderungen an die Vergabe im Unterschwelligen Bereich. Die Änderung des Gesetzes zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen und Änderungen vergaberechtlicher Bestimmungen (ArchLG) sowie die geplante HOAI 2021,  die Anforderungen bei der eVergabe und der aktuellen Rechtsprechung sind ebenso Teil des Seminars.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie als Auftraggeber und Planer die Vergabe von Planungsleistungen und Bauleistungen rechtssicher vorbereiten und durchführen und die Beendigung der Vergabeverfahren vergaberechtskonform herbeiführen.

Teilnehmerkreis:
Führungskräfte öffentlicher Auftraggeber, Leiter und Mitarbeiter von Vergabestellen und Fachämter von Städten, Landkreisen und Gemeinden, die mit der Ausschreibung von Bauleistungen oder deren Prüfung befasst sind sowie Auftragnehmer, insbesondere Architekten- und Ingenieurbüros, Berater sowie Rechtsanwälte und Auftragnehmer

Ihr Referent:
Rechtsanwalt Axel C. Sperling

Seminarinhalt

  • Überblick über die neuen Regelungen zur Vergabe, ArchLG und HOAI
  • Abgrenzung der VgV-Verfahrensarten
  • Feststellung der einschlägigen Vergabebestimmungen
    – Abgrenzung der Regelungen für Liefer-, Dienst- und Bauleistungen
    – Schätzung des Auftragswertes und Bestimmung des Schwellenwertes
    – Struktur und Anwendungsbereich bei unterschwelligen Vergaben
  • Anforderungen an die eVergabe. Praxisprobleme im Umgang mit Vergabeportalen, Ausnahmen von der Pflicht zur eVergabe
  • Vergaberechtskonforme Vorbereitung der Vergabeverfahren
    – Bestimmung der Vergabeart
    – Besonderheiten bei einem nicht offenen Verfahren
    – Umgang mit freihändiger Vergabe
    – Arten und Inhalte der Leistungsbeschreibung
    – Definition von Eignungs- und Zuschlagskriterien
  • Fristenmanagement
  • Vergaberechtskonforme Durchführung der Vergabeverfahren
    – Umgang mit Bieterfragen und Rügen
    – Öffnung der Angebote und Bietergespräche
    – Durchführung des Verhandlungsverfahrens
    – Vergaberechtskonforme Angebotsprüfung und Wertung
    – Eignungsprüfung und Nachweis – unvollständige Angebote und Nachforderung von Nachweisen
    – Angemessenheit der Angebotspreise
    – Bewertung des wirtschaftlichsten Angebotes
  • Beendigung des Vergabeverfahrens
    – Mitteilungspflichten
    – Zuschlag / verspäteter Zuschlag
    – Aufhebungsgründe
    – Wesentliche Vertragsanpassungen
    – Anforderungen an die Dokumentation
  • Haftungsrisiken für den öffentlichen Auftraggeber bei unzulässiger Aufhebung
  • Schnittstelle zum Fördermittelgeber
  • Stellung und Haftung des Planers und externen Beraters
    – fehlerhafte Ausarbeitung der Vergabeunterlagen
    – Beratungsfehler
    – Fehler bei der Mitwirkung der Bieterauswahl
  • Auswirkungen der aktuellen Rechtsprechung
  • Ihre Fragen aus der Praxis