Seminarkalender

Vergaberecht und VOB/A, VOB/B, VOB/C

Vergaberecht 2022 nach VgV und VOB/A – Richtige Strategien bei Vergabeverfahren von Architekten- und Ingenieurleistungen sowie komplexen Bauleistungen

Termin: 07.02.2023 / 09:00 - 16:30 Uhr – München/Ismaning Hotel zur Mühle

Preis: EUR 548,00 zzgl. MwSt. inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen und alkoholfreien Getränken

Vergaberecht 2022 Seminar: Thema

In unserem Vergaberecht 2022 Seminar erfahren Sie die Neuerungen, wie Sie unterhalb der jeweiligen Schwellenwerte rechtssicher Vergabeverfahren durchführen – im Wege der Verhandlungsvergabe mit bzw. ohne Teilnahmewettbewerb oder im Wege der Beschränkten Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb.

Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung sind die Anforderungen an die rechtskonforme Durchführung von Vergabeverfahren gestiegen. Das gilt vor allem bei der Vergabe von Planungsleistungen nach dem Wegfall der Mindest- und Höchstsätze der HOAI 2021. Die Gestaltung und Durchführung von Verfahren zur Vergabe von Architekten- oder Fachplanungsleistungen sowie von komplexen Bauleistungen erfordert besonderes Knowhow. Die Rechtsprechung der letzten Monate hat zu einer erheblichen Verschärfung geführt. Bei geförderten Bauvorhaben können Verstöße gegen das Vergaberecht 2022 sogar zu enormen Rückforderungen von Fördermitteln führen.

Das Gesetz zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen und Änderungen vergaberechtlicher Bestimmungen (ARchLG) birgt weitere Neuerungen im Umgang mit der Vergabe von Planungsleistungen, die unbedingt beachtet werden müssen. Insbesondere hat die neue HOAI 2021 gegenüber der HOAI 2013 weitere Grundleistungen enthalten, die bei Vergabeverfahren oder Beratungsleistungen zu berücksichtigen sind.

Der öffentliche Auftraggeber wird vorhersehbar weiterhin die HOAI anwenden. Ohne die Geltung von verbindlichen Mindestsätzen müssen Auftraggeber noch mehr als früher darauf achten, dass sie den Bietern eine genaue Leistungsbeschreibung mit kalkulierbaren Leistungspositionen stellen. Hierzu ist besonderes Knowhow gefordert, da die Regelungen der HOAI kein verbindliches Preisrecht mehr enthalten. Die Beurteilung der Vergleichbarkeit bei den erforderlichen Planungsleistungen, die Gegenstand des Vergabeverfahrens werden sollen, muss bei Festlegung des Leistungsspektrums im Vorfeld genau bedacht werden.

Einhergehend mit der Änderung zum ArchLG und zur HOAI wurde auch beschlossen, dass vereinfachte und beschleunigte Verfahren bei äußerst dringlichen Vergaben zulässig sind. Die gilt insbesondere für Leistungen, die im weitesten Sinne mit Digitalisierungsmaßnahmen zu tun haben. Hier soll zügig die Ausnahme zur Regel gemacht werden.

Die Begleitung von Planungswettbewerben oder die Integration von Architektenwettbewerben in innovative Beschaffungsvarianten sind ebenfalls Thema dieses Seminars. Der Freistaat Bayern hat Regelungen erlassen, wie Sie freiberufliche Leistungen im Unterschwellenbereich vergeben müssen. Diese Regelungen wurden im Juli 2020 nochmals überarbeitet und geben nun klar vor, wann Planungsleistungen im vereinfachten und wann im Regelverfahren vergeben werden müssen.

Seit Oktober 2018 besteht die Pflicht, sämtliche europaweite Vergaben elektronisch durchzuführen. Inzwischen müssen auch Planungswettbewerbe über eine E-Vergabe-Plattform durchgeführt werden. Der Deutsche Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) hat wesentliche Änderungen in der VOB/A 2019 beschlossen. Damit erfolgt eine Annäherung an die Vorschriften der VgV. Alle diese Themen vermitteln erfahrene Referenten in unserem Vergaberecht 2022 Seminar.

Mit Bekanntmachung vom 17.09.22 hat der Freistaat Bayern die Vergabegrundsätze für die Vergaben unterhalb der Schwellenwerte in Bayern aufgrund der Erschwernisse von Corona und der Ukrainekrise gravierend geändert. Hier bestehen Chancen, neue vergaberechtliche Spielräume zu nutzen.

Ihr Nutzen:

Im Vergaberecht 2022 Workshop erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen Vorschriften zum Vergaberecht,d. h. VgV, VOB/A 2019. Wir informieren Sie über die neuen Möglichkeiten und die Anforderungen an die Vergabe im Unterschwellenbereich bei Beschaffung durch Direktauftrag sowie bei Liefer- und Dienstleistungsaufträgen im Wege der Verhandlungsvergabe mit oder ohne Teilnahmewettbewerb oder im Wege der Beschränkten Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb.

Damit Ihre Vergabeverfahren erfolgreich durchgeführt werden, zeigen wir Ihnen die wichtigen Änderungen des Gesetzes zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen und die Änderungen vergaberechtlicher Bestimmungen (ArchLG) sowie die maßgeblichen Änderungen der HOAI 2021. Die Anforderungen bei der eVergabe und der aktuellen Rechtsprechung sind ebenso Teil des Vergaberecht 2022 Seminars.

Sie erfahren, wie Sie optimale Vergabekonzepte entwickeln und Beschaffungs- sowie komplexe Vergabeprozesse vorbereiten und rechtssicher durchführen. Sie erfahren außerdem, wie Sie als Auftraggeber und Planer die Beschaffungs- und komplexe Vergabeprozesse rechtssicher vorbereiten und durchführen.

So können Sie Vergabe- und Vertragsunterlagen für Ihr Projekt erstellen, um das bestmögliche Ergebnis sicherzustellen – orientiert an individuellen Bedürfnissen. Als Bieter können Sie Ihre Chancen bei der Zuschlagserteilung erheblich erhöhen, wenn Sie umfassend über die Neuerungen in den Vergabeverfahren informiert sind.

Teilnehmerkreis:
Führungskräfte öffentlicher Auftraggeber, Leiter und Mitarbeiter von Vergabestellen und Fachämter von Städten, Landkreisen und Gemeinden, die mit der Ausschreibung von Bauleistungen oder deren Prüfung befasst sind sowie Auftragnehmer, insbesondere Architekten- und Ingenieurbüros, Berater sowie Rechtsanwälte und Auftragnehmer

Ihr Referent:
Rechtsanwalt Axel C. Sperling. Spezialisiert auf privates Bau- und Architektenrecht sowie Vergaberecht.

Seminarinhalt

  • Überblick über die neuen Regelungen zur Vergabe, ArchLG und HOAI
  • Abgrenzung der VgV-Verfahrensarten
  • Feststellung der einschlägigen Vergabebestimmungen auch bei Unterschwellenvergaben
    – Abgrenzung der Regelungen für Liefer-, Dienst- und Bauleistungen
    – Schätzung des Auftragswertes und Bestimmung des Schwellenwertes
    – Struktur und Anwendungsbereich bei unterschwelligen Vergaben
  • Anforderungen an die eVergabe. Praxisprobleme im Umgang mit Vergabeportalen, Ausnahmen von der Pflicht zur eVergabe
  • Vergaberechtskonforme Vorbereitung der Vergabeverfahren
    – Bestimmung der Vergabeart
    – Besonderheiten bei einem nicht offenen Verfahren
    – Umgang mit freihändiger Vergabe
    – Arten und Inhalte der Leistungsbeschreibung
    – Definition von Eignungs- und Zuschlagskriterien
  • Fristenmanagement
  • Vergaberechtskonforme Durchführung der Vergabeverfahren
    – Umgang mit Bieterfragen und Rügen
    – Öffnung der Angebote und Bietergespräche
    – Durchführung des Verhandlungsverfahrens
    – Vergaberechtskonforme Angebotsprüfung und Wertung
    – Eignungsprüfung und Nachweis – unvollständige Angebote und Nachforderung von Nachweisen
    – Angemessenheit der Angebotspreise
    – Bewertung des wirtschaftlichsten Angebotes
  • Beendigung des Vergabeverfahrens
    – Mitteilungspflichten
    – Zuschlag / verspäteter Zuschlag
    – Aufhebungsgründe
    – Wesentliche Vertragsanpassungen
    – Anforderungen an die Dokumentation
  • Haftungsrisiken für den öffentlichen Auftraggeber bei unzulässiger Aufhebung
  • Schnittstelle zum Fördermittelgeber
  • Stellung und Haftung des Planers und externen Beraters
    – fehlerhafte Ausarbeitung der Vergabeunterlagen
    – Beratungsfehler
    – Fehler bei der Mitwirkung der Bieterauswahl
  • Auswirkungen der aktuellen Rechtsprechung
  • Auch Ihre Fragen aus der Praxis diskutieren wir auf Wunsch in diesem Vergaberecht 2022 Seminar.