Seminarkalender

Bauablaufstörungen

Bauablaufänderungen rechtzeitig erkennen, rechtssicher dokumentieren und verhandeln

Termin: 20.02.2024 / 09:00 - 17:00 Uhr – München/Ismaning Hotel zur Mühle

Preis: EUR 548,00 zzgl. MwSt. inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen und alkoholfreien Getränken

Bauablaufänderungen Seminar

Erfahren Sie in unserem Bauablaufänderungen Seminar, wie Sie beim gestörten Bauablauf rechtzeitig reagieren, rechtlich einwandfrei melden und Bauzeitnachträge nachvollziehbar begründen.

Ziel des Bauablaufänderungen Seminars ist es, Kompetenzen in der Baustellendokumentation unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen zu Nachträgen und Bauablaufänderungen zu optimieren. Sie werden berechtigte Nachtragsforderungen durch Dokumentation absichern, durch Dokumentation bewerten, erfolgreich prüfen und abrechnen können.

Alle Baubeteiligten, die mit der Dokumentation und der Kalkulation von Nachträgen oder mit der Nachtragsprüfung befasst sind, stehen vor Herausforderungen. Sie müssen sich mit den hohen Hürden der aktuellen Rechtsprechung zu Nachträgen und Bauablaufstörungen befassen, mit Schadenersatz nach § 6 Abs. 6 Satz 1 VOB/B und mit Entschädigungsansprüchen nach § 642 BGB .

Grundsätzlich gilt, dass bei Behinderungen die Ausführungsfristen verlängert werden (§ 6 Abs. 2 VOB/B). Die Fristverlängerung wird berechnet nach der Dauer der Behinderung mit einem Zuschlag für die Wiederaufnahme der Arbeiten und die etwaige Verschiebung in eine ungünstigere Jahreszeit.

Der Auftragnehmer muss Behinderung und einer daraus resultierende Bauzeitverzögerung bzw. -verlängerung mit entsprechenden Schadensnachweisen belegen. Der Behinderungstatbestand muss eine vom Auftraggeber zu vertretende Verletzung seiner vertraglichen Mitwirkungspflichten sein, die kausal die Verlängerung oder Verzögerung des ursprünglich geplanten Bauablaufes verursacht hat. Wenn die konkrete bauablaufbezogene Darstellung beigebracht werden kann, können hierdurch entstandene Mehrkosten des Auftragnehmers beim Auftraggeber regressiert werden.

Die Voraussetzungen für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen wegen Bauablaufstörungen ergeben sich aus § 6 Abs. 6 Satz 1. Der Bauablauf muss in der IST-Situation und möglichst lückenlos dokumentiert werden. Mindestanforderungen an die Baudokumentation sind:

  • Anzeige (möglichst schriftlich) und Zugang der Behinderungsanzeige (§ 6 Abs. 1 VOB/B) beim Auftraggeber,
  • Darstellung der vom Auftraggeber zu vertretenden Ereignisse, die konkret zu der Behinderung führten,
  • Darlegung, welche Pflichtverletzung dem Auftraggeber zuzuordnen ist,
  • Vorlage des ursprünglichen Bauablaufplans,
  • Aufzählung, wann und wo genau der Auftragnehmer bei der Ausführung der zu erbringenden Leistungen gestört wurde,
  • Auflistung, welche Leistungen zu dem relevanten Zeitpunkt vom Auftragnehmer zu erbringen waren,
  • Darstellung, welche spezifische Bauablaufstörung kausal die Behinderung im Bauablauf verursacht hat,
  • Auskunft über die Anpassungen und Ausweicharbeiten (innerhalb oder außerhalb der Baustelle), die dem Auftragnehmer billigerweise zumutbar waren und von ihm erbracht wurden (§ 6 Abs. 3 Satz 1 VOB/B),
  • Abmeldung der Behinderung beim Auftraggeber (§ 6 Abs. 3 VOB/B).

Bauablaufstörungen Seminar – Ihr Nutzen

In diesem Bauseminar erhalten Sie Wissen zur Baudokumentation, die Sie zur Sicherung und Bewertung von Ansprüchen aus Nachträgen infolge von Bauablaufänderungen und Behinderungen brauchen.

Im Nachhinein gelingen eine Dokumentation und Berechnung von bauablaufbezogenen Ansprüchen nicht ohne zusätzliche Aufwendungen. Deshalb ist, insbesondere bei größeren Baumaßnahmen, darauf zu achten, dass die Nachweise des IST-Bauablaufes in Echtzeit erstellt werden. Die Baustellendokumentation ist auch im Falle von Kündigungen von (Teil-)Leistungen wesentlich, um langwierige ineffiziente Baustreitigkeiten zu vermeiden.

Wir zeigen Ihnen im Bauablaufänderungen Seminar anhand praktischer Beispiele zu den bauwirtschaftlichen Grundlagen für Mehrkostenforderungen, welche Maßnahmen zu treffen sind, um die Bewertung von Nachträgen und Bauablaufänderungen dem Grunde und der Höhe nach durchzuführen.

Mit der Teilnahme an unserem Seminar werden Sie

  • Grundlagen und vertiefte Kenntnisse für die Erstellung von Nachträgen infolge geänderter Mengen sowie geänderter und zusätzlicher Leistungen erkennen,
  • das notwendige Wissen über Behinderungen in der ordnungsgemäßen Ausführung der Leistungen erhalten,
  • wichtige Erkenntnisse zum Umgang mit Kündigungen von Bauleistungen unter Berücksichtigung der VOB-Grundlagen erlangen.
  • erlernen, wie Sie Sach- und Behinderungsnachträge auf der Grundlage der anerkannten Grundsätze der VOB/B baubetrieblich/bauwirtschaftlich revisionssicher aufstellen.

Teilnehmerkreis:
Führungskräfte, Projektleiter, Bauleiter, Architekten und Ingenieure, Planer, Bauüberwacher

Dauer: 9.00 – 16.30 Uhr

Ihr Referent:
Nils Warning, Diplom-Ingenieur
öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baupreisermittlung und Abrechnung im Hoch- und Ingenieurbau

Bauablaufänderungen dokumentieren Seminar: Inhalt

  • Einführung in die Thematik und rechtliche Rahmenbedingungen im VOB/B Bauvertrag / BGB Bauvertrag
  • Anforderungen aufgrund des „neuen“ Bauvertragsrechts mit Hinblick auf die Dokumentation
  • Dokumentation des Auftraggebers
  • Anordnungsrecht zu Nachträgen und Bauablaufänderungen
  • Dokumentation des Auftragnehmers
    – Mengenabweichungen,
    – geänderte und zusätzliche Leistungen,
    – Bedenken,
    – fehlende Vorleistungen,
    – Behinderungen
  • Anforderungen an die Baudokumentation des vertraglichen bzw. kalkulatorischen Bau-Solls
  • Dokumentation des Bau-Ist
  • Berechnung der bauwirtschaftlichen Folgen auf die Bauzeit und Mehrkosten aus Nachträgen und Bauablaufänderungen
  • Sonderfragen im Umgang mit Schadenersatz und Entschädigungsansprüchen bei Bauzeitverschiebungen und Bauablaufstörungen